09.07.2015

Hilfe – mein Zahnfleisch blutet

Das hören wir in der Praxis häufiger – und wir sind froh, dass die betroffenen Patienten es nicht ignorieren, sondern um Rat fragen. Hinter dem Zahnfleischbluten, das meist beim Zähneputzen entdeckt wird, kann sich eine Zahnfleischentzündung verbergen, medizinisch: Gingivitis. Die tut in der Regel nicht weh und wird daher gern verdrängt – was langfristig fatale Folgen haben kann. Denn es droht eine Parodontitis – eine Entzündung des Zahnhalteapparats – und in der Folge sogar Zahnausfall.

Die Gingivitis entsteht durch Bakterien aus der Mundhöhle. Wer es zum Beispiel mit der Mundhygiene nicht so genau nimmt oder eine unzureichende Putztechnik anwendet, fördert die Ausbreitung der Keime. Deren aggressive Stoffwechselprodukte können ins Zahnfleisch gelangen; der Körper reagiert darauf mit einer Entzündung. Auch aus diesem Grunde empfehlen wir die regelmäßige professionelle Zahnreinigung in unserer Praxis – denn Sie gehen nicht nur mit perfekt gereinigten Zähnen nach Hause, sondern frischen auch Ihre Kenntnisse über die beste Putztechnik auf. Doch manchmal hat die Entstehung einer Zahnfleischentzündung auch andere Gründe. Ungünstige Ernährung, ein geschwächtes Immunsystem, Rauchen und Stress gehören ebenso zu den Risikofaktoren wie ein Diabetes mellitus und bestimmte Medikamente, z. B. gegen Epilepsie und hohen Blutdruck. Oft lässt sich dann mit dem behandelnden Arzt eine alternative Medikation finden (aber setzen Sie auf keinen Fall eigenmächtig Ihre Arzneien ab).

Woran erkennen Sie nun, dass Sie eine Zahnfleischentzündung haben? Zunächst an der Farbe: Gesundes Zahnfleisch ist blass rosa, entzündetes Zahnfleisch ist oft gerötet und etwas angeschwollen. Wenn es beim Putzen blutet, sehen Sie es am ausgespuckten Zahnpastaschaum, der sich rötlich verfärbt. Weitere Kennzeichen sind ein starker Mundgeruch und später auch ein Rückgang des Zahnfleischs. Ihre Zähne erscheinen Ihnen plötzlich länger, da die Zahnhälse frei liegen. Für uns Zahnärzte ist die Farb- und Formveränderung sofort zu erkennen. Darüber hinaus können wir mit einer feinen Sonde messen, wie tief der Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch ist und ob bereits Zahnfleischtaschen entstanden sind, was auf eine Parodontitis hinweist.

Am besten therapieren lässt sich eine Zahnfleischentzündung mit gründlicher Mundhygiene daheim und einer regelmäßigen professionellen Zahnreinigung in der Praxis. So können sich die Bakterien nicht so stark ausbreiten und das Zahnfleisch angreifen. Neben der richtigen Putztechnik ist auch wichtig, mit Zahnseide, speziellen Hölzchen oder Bürsten die Zahnzwischenräume zu reinigen. Hier können sich Essensreste festsetzen, die den Bakterien buchstäblich reiche Nahrung bieten. Zungenschaber und Mundspülungen können ebenfalls hilfreich sein. In der Praxis entfernen wir auf Wunsch auch Zahnbeläge und Zahnstein. Generell sollten Sie auf zu viel Zuckerhaltiges verzichten und Ihr Immunsystem unterstützen – zum Beispiel, indem Sie sich gesund ernähren, ausreichend schlafen, Stress abbauen und mit dem Rauchen aufhören.

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