30.08.2016

Zähneknirschen – Ursachen und Abhilfe

Manche unserer Patienten können sich gar nicht vorstellen, was nachts in ihrem Mund passiert: Ihre Kaumuskulatur spannt sich an, ihre Zähne pressen sich aufeinander, ihre Kiefer beginnen zu mahlen…

Der Druck, der dabei entsteht, kann bis zu 480 Kilogramm pro Quadratzentimeter betragen – das entspricht dem 10-fachen des normalen Kaudrucks! Dieses ständige, unbewusste, meist nächtliche Aufeinanderpressen oder Reiben der Ober- und Unterkieferzähne nennen wir Zahnärzte Bruxismus. Ein Problem, mit dem wir in unserer Praxis häufiger zu tun bekommen. Meist leiden die Betroffenen tagsüber unter Stress, und um ihn abzubauen, knirschen sie im Schlaf mit den Zähnen. Die Folgen sind nicht unerheblich: Durch den starken Druck entstehen Verluste und Frakturen der Zahnhartsubstanz sowie Schmelzrisse. Es kommt zu Zahnschmelzaussprüngen und zu Defekten am Zahnhals. Auch der Zahnhalteapparat kann durch den Rückgang des Zahnfleisches und des Kieferknochens betroffen sein. Die Zähne können empfindlich oder schmerzhaft werden, und durch die starke Anspannung der Kaumuskulatur kann es zu Muskelverspannungen kommen. Diese Muskelverspannungen wiederum lösen Schmerzen in der Kaumuskulatur aus und werden von den Patienten auch als Kopfschmerzen wahrgenommen.

Die Ursachen des Zähneknirschens können vielfältig sein. In unseren Patientengesprächen spielen Alltagsprobleme, zum Beispiel im Beruf, sowie Sorgen in der Familie oder Partnerschaft eine häufige Rolle. Neben den psychischen Ursachen können aber auch Zahnfehlstellungen und Bisslageanomalien den Bruxismus auslösen. Zum Beispiel, wenn Zähne herauswachsen, weil im Gegenkiefer Zähne fehlen, wenn Zähne in Zahnlücken kippen oder wenn Kronen oder Füllungen in der Kauebene nicht exakt angepasst sind. Bei betroffenen Patienten achten wir im Rahmen der zahnärztlichen Kontrolluntersuchung insbesondere auf Verluste der Zahnhartsubstanz und auf Schäden des Zahnhalteapparates. Wichtige Hinweise geben uns dabei glatt polierte Flächen an den Zähnen, Schmelzrisse, Aussprengungen der Zahnhartsubstanz an den Zahnhälsen und Schneidekanten sowie damit verbundene ästhetische Einbußen, zum Beispiel durch Verkürzungen von Zähnen.

Um den Bruxismus zu behandeln, richten wir unseren Fokus zunächst auf dessen Ursachen. Wenn unser Patient starke Stressphänomene zeigt, empfehlen wir ihm ärztliche Kollegen, die stressabbauende und stressbewältigende Verfahren anbieten. Auch Physiotherapie ist oft eine sehr gute Hilfe, um schmerzhaft verspannte Muskulatur erfolgreich zu behandeln. Wir als Zahnärzte sorgen dafür, dass die Zahnhartsubstanz und der Zahnhalteapparat vor den Folgen des Zähneknirschens geschützt werden. Zu diesem Zwecke lassen wir eine sogenannte Aufbiss- oder Entspannungsschiene (auch Knirscher-Schiene genannt) herstellen. Eine solche Schiene besteht aus Kunststoff und umhüllt die untere und obere Zahnreihe. Damit sie optimal passt, machen wir zunächst einen Abdruck des Gebisses. Das Zahnlabor fertigt daraus ein Modell, auf das eine warme Kunststoffplatte gedrückt wird, die sich dem Modell anschmiegt. Ist die Platte erkaltet, bleibt die Form bestehen. Der Knirsch-Schutz hält die Zähne fest, die Kiefer können nicht mehr gegeneinander verschoben werden – das nächtliche Malmen hat ein Ende. Abhängig vom Krankheitsbild und vom Auftreten der Symptome kann unser Patient seine Schiene nachts, aber auch zeitweise tagsüber tragen. Die Entspannungsschiene wird regelmäßig von uns kontrolliert und bei Bedarf neu angepasst. Als dauerhafte Bruxismus-Therapie empfehlen sich auch harte individualisierte Okklusionsschienen. Die individuell beste Lösung finden wir gemeinsam mit unseren Patienten hier bei uns in der Praxis.

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